#1

Vergleich Combine ZP und Helicon Focus

in Helicon Focus 11.02.2016 22:31
von Klaus Schäfer • 9 Beiträge | 2476 Punkte

Hallo liebe Mitglieder,

Im Folgenden findet ihr ein persönlichen und subjektiven Vergleich zur Anwendbarkeit der Stacking-Programme Combine ZP und Helicon-Focus bei meiner Art von Mineralienfotografie. Mich würde eure Erfahrungen und Tipps interessieren.

Die angehängten Fotos sind Screenshots in CorelPhotopaint, links steht immer das mit Combine Zp und rechts das mit Helicon Focus erzeugte Bild.

Seit längerer Zeit arbeite ich nun schon mit Combine ZP und habe meine Kämpfe mit Flares (virtuelle "Fackeln", die in allen Regenbogenfarben leuchten und durch virtuelle Billder von direkten Reflektionen erzeugt werden) durchstanden; d.h.entweder akzeptiert oder mühsam wegretuschiert. Mit Helicon Focus schien sich dieses Problem vermeiden zu lassen, allerdings erzeugt auch Helicon Focus - wie ich mittlerweile feststellen musste - ebenfalls Flares, allerdings meist nur im weißen Farbbereich, z. T. aber üppiger als Combine ZP (s.h. zweites und viertes Bild). Genutzt habe ich nach Prüfung von Helicon Focus generell Modus C (Pyramide), da in den anderen Modi die Ergebnisse geradezu kläglich waren.

Zudem stelle ich bei mit Helicon Fokus gegenüber Combine ZP bearbeiteten Stacks einen Kontrastverlust fest, der die Bilder "flacher" und "matschiger" wirken lässt. Meinem persönlichen Geschmack folgenden habe ich von den bei der letzten Session erzeugten Stacks 90 % Combine-Stacks archiviert und die anderen gelöscht (10% Combine und 90% Helicon).

Ein Vorteil scheint zu sein, daß Helicon Details im dunklen Spektrum bedeutend besser darstellt als Combine ZP (sechstes und siebentes Bild). Bei dem Vergleich (sechstes Bild) ist allerdings auch hier durch Zufall Combine der Sieger, da der Cerussitkristall, um den es geht, hier isoliert dargestellt ist, während er beim Helicon Stack in zu vielen unwesentlichen Details versinkt.

Wenn ich mir Fotos von Kollegen auf dieser website und anderen (Mineralienatlas etc.) anschaue, erkenne ich eine deutliche Bevorzugung von Helicon durch die Fotografen. Hat dieses Programm Vorteile, die ich bislang nicht entdecken konnte ?







Angefügte Bilder:


zuletzt bearbeitet 11.02.2016 22:36 | nach oben springen

#2

RE: Vergleich Combine ZP und Helicon Focus

in Helicon Focus 12.02.2016 10:07
von Dieter Grässer
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Hallo Klaus,
ich arbeitete bis Ende 2014 ebenfalls nur mit CombineZP und habe nun auch Helicon in Gebrauch.
Generell ist zu sagen: die Combine Bilder wirken brillianter.
Offenbar stackst Du nur in der Methode "do stack" und/oder "pyramid do stack". Ich erkenne das daran, daß die Details im Hintergrund verloren gehen. Das heißt, die letzten unscharfen Bilder im Hintergrund bringen keine Information mehr.
Wenn Du mit der Methode "do soft stack" arbeitest kommen diese Details deutlicher zum Vorschein. Ebenfalls werden die Oberflächen durchsichtiger Kristalle besser dargestellt wie bei den anderen beiden Methoden. Leider sind auch oft die Fehler wie z.B. die Schlieren um die Kristalle zahlreicher.
Am Besten verwendest Du zur Beurteilung die Auswahl "all Methods". Da bekommst Du vom Programm die Ergebnisse von sechs unterschiedlichen Stackingmethoden angeboten und Du kannst das beste Bild aussuchen. Aber Achtung, es ist auch die sechsfache Rechnerzeit erforderlich.
Bei Helicon C musst Du unbedingt darauf achten die Spitzenlichter zu vermeiden, also die Überbelichtung von Bildteilen (z.B. glänzenden Flächen) durch diffuseres Licht abzuschwächen. Im Gegensatz zu den Combine-Anwendungen verstärkt Helicon C diese Lichter und bildet dann neben den mehr oder weniger starken Ausfransungen auch einen hellen Saum in den dunklen Nachbarbereichen.
Diese Überbelichtungen scheinen mir auf fast allen Deinen Bildern aufzutreten. In Combine bleibt diese Helligkeit dezenter, aber die Farbverfälschungen um die hellen Bereiche treten dafür umso extremer auf.
Andererseits bringt Helicon C bei der Vermeidung der Schlieren die besten Ergebnisse.Das Bild wird aber sehr pixelig und bringt z.B. die Staubverschmutzungen auf dem Sensor sehr unangenehm aufs Bild. Wie Du angemerkt hast sind auch die Details im Hintergrund deutlicher vohanden. Wenn Dich das stört kannst Du ja einige Einzelbilder weniger verwenden.
Bei Helicon A und B kannst Du durch Betätigung des Radius- und Glättungsschiebers die Ergebnisse anpassen. Beispiel Methode B: Radius nach rechts vermindert die Schlierenbildung. Glättung nach links bringt mehr Details im Hintergrund.So bringt jede Veränderung dieser Einstellung ein verändertes Ergebnis. Übrigens bringt die Methode B im Gegensatz zu C meistens nicht die Probleme mit den Spitzenlichtern.
Ich teste auch oft mehrere Methoden in Combine und Helicon. Mal wirds da besser, mal dort. Mal tritt ein Fehler da auf, mal ein anderer dort. Will sagen: meistens ist Fehlerkorrektur in Photoshop angesagt, man muss sich halt die Methode zum jeweiligen Bild auswählen, die die einfachste Nacharbeit erfordert. Gerade diese Nacharbeit nimmt bei meinen 3D-Bildern enorme Zeit in Anspruch.
Schön wäre natürlich von vorneherein das perfekte Bild. Aber aus meiner Sicht gibt es die "beste" Stacking-Software nicht. Es kommt ja auch noch bei vielen Kollegen Zerene zum Einsatz, die wiederum in anderen Bereichen Vorteile/Nachteile bringt.

Gruß

Dieter


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